Grundwissen Grammatik

 

Kleine deutsche Schulgrammatik zum Nachschlagen und Lernen

Zustands­reflexiv

Das Zustandsreflexiv sieht auf den ersten Blick aus wie ein Zustandspassiv.

Es lässt sich aber nur bei einigen reflexiven Verben bilden - meist solchen, die eine Gefühlsänderung oder eine körperliche Verfassung ausdrücken, wie zum Beispiel: sich erkälten, sich verlieben, sich betrinken.

Udo ist verliebt in Eva. Test auf Vorgangspassiv:  *Udo ist verliebt worden.
Die Basis im Präsens lautet: Udo verliebt sich in Eva.
Der verliebte Udo … Das Verbaladjektiv verliebt im attributiven Gebrauch tritt nur auf, wenn auch ein Zustandsreflexiv bildbar ist.
In beiden Fällen fällt das „sich“ weg.

Gegenbeispiel Zustandspassiv: Udo ist enttäuscht. Test auf Vorgangspassiv: Udo ist enttäuscht worden.
Basis: Man enttäuscht Udo. → Der enttäuschte Udo.

Es gibt aber auch Fälle, in denen nicht entschieden werden kann, ob ein Zustandspassiv oder ein Zustandsreflexiv vorliegt:
Zustandspassiv: Das Kind ist gewaschen. Das Kind ist – von der Mutter - gewaschen  worden. Basis: Die Mutter wäscht das Kind.
Mögliche alternative Basis: Das Kind wäscht sich. → Das Kind ist gewaschen. → Zustandsreflexiv.
Eindeutig Zustandspassiv: Die Wäsche ist frisch gewaschen. Die Wäsche ist frisch gewaschen worden. Man wäscht die Wäsche.
Unmögliche alternative Basis: *Die Wäsche wäscht sich.

Weitere Verben, die ein Zustandsreflexiv bilden:
sich bemühen → ist bemüht,
sich empören →
sind empört,
sich entschließen →
seid entschlossen,
sich entspannen →
bin entspannt,
sich gewöhnen an →
bist gewöhnt,
sich interessieren für →
ist interessiert an,
sich konzentrieren auf →
sind konzentriert auf,
sich richten gegen →
ist gerichtet gegen

Es gibt aber auch reflexive Verben, die kein Zustandsreflexiv bilden: sich freuen auf: *sie ist gefreut


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